Schneiderballen

Auch: Digitus quintus varus, verdickter Kleinzehenballen

Der sogenannte Schneiderballen beschreibt eine Fehlstellung der Kleinzehe, bei der der Mittelfußknochen zu weit abgespreizt ist und die Kleinzehe nach innen abweicht. Es entsteht, ähnlich wie beim Hallux valgus, eine schmerzhafte Schwiele außen am Köpfchen des 5. Mittelfußknochens. Durch die Verbreiterung des Vorfußes und die lokale Druckempfindlichkeit wird die Schuhversorgung erschwert.

Therapie

Sollten konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichen, kann eine operative Therapie diskutiert werden. Abhängig vom Schweregrad der Fehlstellung kann die Entfernung überstehenden Knochens erfolgen, wobei hierdurch die Ursache nicht behoben wird. Bei stärkeren Deformierungen kann eine Umstellung des Knochens notwendig werden. Hierdurch wird das 5. Mittelfußköpfchen wieder näher an den 4. herangeführt und die Fehlstellung korrigiert. Der Fuß wird deutlich schmaler und die Beschwerden, welche hauptsächlich durch die Vorfußverbreiterung entstehen, werden stark reduziert. 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt mit einem speziellen Schuh. In diesem ist die Belastung meist von Anfang an möglich. In seltenen Fällen kann die Entlastung des Fußes über 4-6 Wochen erforderlich sein, dann sind Gehstützen nötig.